Backup Serie Teil 4 – Wann sichern?

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Backup Zeitplanung - Teil 4 der ArtikelreiheIm vierten Teil der Artikelreihe Datensicherung für Selbständige geht es um die Frage, wann die Datensicherung durchgeführt werden sollte.

Die schnelle und einfache Antwort ist: Jede Nacht! Wozu einen ganzen Artikel darüber schreiben? Nun, zum einen passt dieser Ansatz nicht für alle. Zum anderen gibt es bei der Zeitplanung und beim automatischen Lauf über Nacht ein paar Dinge zu beachten.

Backup Zeitplanung



Generell gilt natürlich, je öfter gesichert wird, desto besser. Genauer gesagt, desto niedriger ist der potentielle Datenverlust. Häufig wird jede Nacht gesichert, so dass im schlimmsten Fall die Daten von einem Tag verloren gehen.

Denken Sie darüber nach, welche Anforderungen Sie hier haben! Das Ziel, welches die Zeitspanne zwischen letzter Sicherung und Ausfall festlegt, wird in der Fachsprache als RPO (Recovery Point Objective) bezeichnet.

Häufigere Sicherungen als jede Nacht sind natürlich auch möglich. Man kann zum Beispiel alle 15 Minuten alles sichern lassen, was sich seit der letzten Sicherung geändert hat. Diese Sicherungen sind dann sehr klein und gehen entsprechend schnell. Die Rede ist von inkrementellen Backup. Was das genau ist, wird im folgenden erklärt.

Backup-Stufen

Es gibt verschiedene Stufen von Backups:

  • Voll-Backup
  • Inkrementelles Backup
  • Differentielles Backup

Im Zusammenhang mit der Zeitplanung ist hier entscheidend, dass diese Stufen unterschiedlich lange benötigen.

Voll-Backup (Vollsicherung)


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Ein Voll-Backup heißt, dass alle Daten, die gesichert werden sollen, komplett gesichert werden. Diese Form dauert im Vergleich zu den beiden folgenden, am längsten. Je nach Datenvolumen und Übertragungsgeschwindigkeit können es mehrere Stunden sein.

Das Voll-Backup und das in Teil 2 besprochene Systembackup (bei dem alles gesichert wird) klingen etwas ähnlich, sind aber etwas ganz anderes. Wenn Sie dem Backup-Programm mitteilen, dass Sie nur ein bestimmtes Verzeichnis sichern wollen und dann ein Voll-Backup durchführen, dann wird diese Verzeichnis komplett gesichert. Jedoch nicht das ganze System.

Inkrementelles Backup

Beim inkrementellen Backup werden alle Daten gesichert, die sich seit der letzten Sicherung geändert haben. Dadurch, dass nur die Änderungen gesichert werden, braucht man weniger Speicherplatz und die Sicherung geht von diesen drei Sicherungsarten am schnellsten.

Differentielles Backup

Ein differentielles Backup sichert alle Daten, die sich seit dem letzten Voll-Backup geändert haben. Diese Variante liegt beim Zeitbedarf in der Mitte.

Beispiel

Angenommen ein Verzeichnis mit Angeboten enthält 100 Dateien. Bei der Vollsicherung an einem Sonntag werden alle 100 Dateien gesichert. Am nächsten Tag (Montag) werden 2 neue Angebote erstellt. Abends wird ein inkrementelles Backup durchgeführt, bei dem dann nur 2 Dateien gesichert werden.

Am Dienstag wird keine neues Angebot erstellt, aber 3 alte werden geändert. Es wird wieder ein inkrementelles Backup durchgeführt, bei dem diese 3 Dateien gesichert werden.

Am Mittwoch wird ein differentielles Backup gemacht. An diesem Tag wurden 4 neue Angebote erstellt. Gesichert werden aber 9 Dateien (2+3+4), da alle Änderungen seit der Vollsicherung von Sonntag berücksichtigt werden.

Differentielle Backups verkürzen die Wiederherstellungs-Kette

Bei dem differentiellen Backup ist der Speicherbedarf also größer als beim inkrementellen Backup. Warum macht man das dann? Stellen Sie sich vor, Sie machen ein Jahr lang immer nur inkrementelle Backups. Dann geht die Festplatte kaputt und Sie starten die Wiederherstellung. Um alle Dateien wiederherstellen zu können, werden nun alle 365 inkrementellen Backups und das Voll-Backup benötigt.

Wenn eines dieser Inkremente defekt ist, dann ist eine vollständige Wiederherstellung nicht möglich! Aber auch wenn alle inkrementellen Sicherungen in Ordnung sind, gibt es einen Nachteil: Der Zeitbedarf für die Wiederherstellung ist entsprechend hoch, da alle Inkremente vom Programm abgearbeitet werden müssen.

Deshalb werden zwischendurch differentielle Backups eingeschoben, zum Beispiel jede Woche eins. Bei der Wiederherstellung nach 365 Tagen muss das Programm dann maximal 6 inkrementelle Sicherungen sowie genau ein differentielles und genau ein Voll-Backup verarbeiten.


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Das Großvater-Vater-Sohn (GVS) Backup Schema

Ein sehr bekanntes Backup Schema nennt sich Großvater-Vater-Sohn (GVS). Dabei wird

  • monatlich ein Voll-Backup (Großvater),
  • wöchentlich ein differentielles Backup (Vater) und
  • täglich ein inkrementelles Backup (Sohn)

erstellt.

Wer dieses Schema anwendet, für den ist die Frage “Wann sichern?” also teilweise geklärt. Täglich ein inkrementelles, wöchentlich ein differentielles und monatlich ein Voll-Backup. Lediglich die konkreten Wochentage und die Uhrzeit muss dann noch definiert werden.

Überschneidungen mit anderen Programmen vermeiden

Das Erzeugen von Backups verursacht hohe Festplattenaktivität. Auch Virenscans und Defragmentierung bringen die Festplatte schwer ins Schwitzen. Bei der Zeitplanung sollten Sie möglichst vermeiden, dass diese Programme gleichzeitig laufen. Am besten Sie dokumentieren, zu welcher Uhrzeit diese Programm laufen.

Bei Windows 7 ist eine wöchentliche Festplatten-Defragmentierung schon standardmäßig voreingestellt. Wann diese stattfindet kann man in der Aufgabenplanung anschauen und ändern. Im Blog Tipps-Tricks-Kniffe gibt es eine Beschreibung, wo man das einstellt.

Backup Zeitplanung für Selbständige, die mit ihrem Laptop viel unterwegs sind

Wenn Sie als Unternehmer/in mit einem Laptop arbeiten und öfters für einige Tage außer Haus sind, fragen Sie sich vielleicht, wann Sie das Backup laufen lassen sollten.

Die optimale Lösung dafür kann ich nicht pauschal nennen, nur ein paar Ansätze, die ihre eigenen Vor- und Nachteile haben. Falls Sie in dieser Situation sind und einen guten Weg gefunden haben, wäre es schön, wenn Sie diesen Weg bei den Kommentaren beschreiben. Dann können auch andere davon profitieren.

Automatisches, tägliches Backup – auch wenn es dann öfters scheitert

Sie können das oben vorgestellte Großvater-Vater-Sohn Backup Schema einrichten, auch wenn Sie viel mit dem Laptop unterwegs sind und häufig keine Datensicherung möglich ist. Es kommt dann zwar zu Fehlermeldungen, aber die können Sie ignorieren und wenn Sie wieder im Büro sind, dann läuft die nächste Sicherung planmäßig.

An dieser Taktik ist allerdings unschön, dass zahlreiche Fehlermeldungen normal sind. Dadurch kann es dann schwieriger, die Fehlermeldungen zu identifizieren, bei denen es eigentlich hätte klappen sollen. Hierbei hängt es vom konkreten Backup-Programm ab, wie aufgetretene Fehler protokolliert und dargestellt werden können.

Manuelles Backup, wenn es gerade passt

Sie können das Backup von Hand starten, wenn es Ihnen gerade passt. Damit haben Sie maximale Flexibilität. Allerdings ist die Gefahr, dass Sie das Backup auf die lange Bank schieben. Datenverluste kommen immer zum ungünstigsten Zeitpunkt. Ich kenne einige, die Daten gerettet haben wollten und davon sprachen, dass sie erst kürzlich eine Datensicherung machen wollten aber etwas dazwischen kam.


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Ein bestimmter Tag in der Woche

Manche sind an einem bestimmten Tag mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit nicht unterwegs und können das Backup für diesen Tag einrichten. Es läuft dann automatisiert und erzeugt nur Fehlermeldung, wenn wirklich etwas im Argen ist.

Hier ist der Nachteil, dass im schlimmsten Fall die Änderungen einer ganzen Woche verloren gehen. Manchmal wird leichtfertig gesagt, dass sich nicht soviel in einer Woche tut. Ich habe allerdings so meine Zweifel, ob diese Aussage im Ernstfall dann immer noch gelten würde.

Von diesen drei Varianten gefällt mir der erste Ansatz am besten, da möglichst geringer Datenverlust für mich Priorität hat.

Energiesparmodus ausschalten

Damit das Backup ohne Probleme durchläuft, sollte der Energiesparmodus ausgeschaltet werden. Sonst könnte der Computer während der Datensicherung in den Schlafmodus gehen und die Sicherung würde nicht korrekt durchlaufen.

Bei dieser Empfehlung tut mir mein Umwelt-Herz etwas weh, deshalb habe ich hier noch einen Tipp, wie Sie den Computer nachts automatisiert aufwecken können. Dann können Sie den Rechner immer von Hand in den Energiesparmodus versetzen und zur gewünschten Backup-Zeit wacht der Rechner dann auf.

Laptops ans Netzteil anschließen

Falls ein Laptop über Nacht gesichert werden soll, sollte er am Netzteil angeschlossen sein. Sonst ist wieder die Gefahr, dass die Sicherung nicht vollständig durchläuft, weil der Akku schwach macht.


Wie machen Sie das?

Vielleicht lesen hier manche mit, die mit ihrer Backup-Zeitplanung voll zufrieden sind. Dann wäre es schön, wenn Sie dies mit den anderen Lesern via Kommentar teilen. Falls Sie jedoch mit Widrigkeiten kämpfen, würde mich auch das interessieren.

Kommenden Mittwoch geht die Artikel-Reihe weiter. Wenn Sie darüber per Mail informiert werden möchten, bestellen Sie einfach den it4kmu Newsletter.

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