Im heutigen Webmaster Friday geht es um die Frage: Was sammelt ihr? Früher wurden mal Briefmarken, Überraschungseier und alles mögliche Zeugs gesammelt. Macht das heute noch jemand? Hat sich das sammeln in die digitale Welt verschoben, in der Musik und Kinofilm-Dateien gesammelt werden?
Ich mache mir in meinem Beitrag über Kontaktsammler bei Xing Gedanken und erzähle, wie sich meine Einstellung dazu in den letzten Monaten verändert hat.
Die drei Philosophien
Nach meiner Wahrnehmung gibt es bei Xing (und ebenso bei Facebook) drei unterschiedliche Philosophien bezüglich der Frage, mit wem man sich vernetzt.
- Nur mit Leuten die man persönlich kennt
- Mit Leuten, mit zu denen irgendeine Verbindung besteht, auch wenn man sich nicht kennt
- Mit möglichst vielen- je mehr, desto besser
Warum sich meine Einstellung dazu geändert hat
Anfangs hatte ich die Einstellungen, dass ich mich nur mit Leuten “verxingt” habe, die ich auch persönlich kenne. Die Motivation dahinter war, immer die aktuellen Kontaktdaten zu haben und leicht in Kontakt bleiben zu können.
Seitdem ich Unternehmer bin, nutze ich Xing weitaus intensiver als vorher. Hier sind mir auch immer wieder Leute aufgefallen, die 1.500, 3.000 oder sogar über 10.000 Kontakte haben. Die sammeln offenbar Kontakte.
Ich vermute, die Idee hinter so vielen Kontakten ist folgende: Wer sehr viele Kontakt hat, der kann über seine Statusmeldungen und Empfehlungen sehr viele Leute erreichen. Dadurch steigt die Wahrscheinlich, dass sich irgend jemand für die darüber verbreiteten Angebote interessiert und im Idealfall Kunde oder Geschäftspartner wird.
Auch wenn ich es irgendwo nachvollziehen kann, schrecken mich so große Kontaktzahlen ab. Ich denke, es liegt daran, dass ich nicht Nummer 9.782 beziehungsweise Objekt einer Sammlung sein möchte.
Allerdings haben mich die Leute mit so vielen Kontakten, die sich als Social Media Experten positionieren, zum nachdenken gebracht. Ist die Einstellung, dass man die persönlich kennen muss, wirklich sinnvoll? Ich bin inzwischen dazu übergegangen, mich auch mit Personen zu verlinken, mit denen es konkrete Verknüpfungspunkte gibt, aus denen sich mal was ergeben könnte. Früher oder später lerne ich die Personen dann bestimmt auch mal im realen Leben kennen.
Fazit
In Xing werden es bei mir nun auch immer mehr Kontakte, aber als sammeln würde ich das nicht bezeichnen. Als Kind habe ich mal Panini Bilder und später Computerspiele gesammelt. Daher weiß ich, dass Sammeln ganz schön ins Geld geht. Derzeit kann ich dem nicht viel abgewinnen.
Wie geht es euch mit dem Sammeln von Dingen oder von Kontakten bei Xing & Co.? Wenn jemand unter euch selbst tausende Kontakte hat, fände ich es sehr spannend zu hören, welche Motivation dahinter steckt. Ich freue mich über eure Kommentare.

7. Oktober 2011 um 13:58 Uhr
Hallo Herr Wiesner,
ich sehe das ähnlich wie Sie. Bei Kontaktanfragen über Xing muss die Beziehung nicht so innig sein wie bei Facebook um eine positive Beantwortung zu bekommen.
Aber: Wenn der Anfragende jenseits der 10.000 Kontakte hat und der Text in der Anfrage so ähnlich lautet wie “Ich bin auch Unternehmer und ebenfalls nach 1970 geboren, wollen wir nicht in Kontakt treten?” oder “Ich bin auch Unternehmer und wohne in der südlichen Hälfte Deutschlands” dann werden die Anfragen konsequent ignoriert. Von derlei Kontakten verspreche ich mir nichts, außer deren Status lesen zu dürfen.